Erneuerbare liegen beim Verbrauch hinter Öl und Gas

Erdgas und erneuerbare Energien haben ihre Anteile am Energieverbrauch im ersten Halbjahr steigern können. Kernenergie und Steinkohle sind hingegen rückläufig.
nach Quelle: E&M PowerNews, 02. August 2017


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Die Anteile der verschiedenen Energieträger im nationalen Energiemix haben sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht verschoben. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (Ageb) hervor. Insgesamt hat sich der Energieverbrauch in Deutschland jedoch um 0,8 %verglichen zum Vorjahreszeitraum erhöht.
Mineralöl und Erdgas sowie die erneuerbaren Energien konnten ihre Anteile am bundesweiten Energieverbrauch steigern. Bei der Kernenergie und bei der Steinkohle kam es hingegen zu Rückgängen. Die Braunkohle konnte ihren Anteil weitgehend stabil halten. Fast 60 Prozent des inländischen Energieverbrauchs entfallen nach wie vor auf Öl und Gas, auch wenn die Erneuerbaren mittlerweile auf Platz Drei stehen. Stein- und Braunkohle decken zusammen etwas mehr ein Fünftel des Verbrauchs.
Der Verbrauch von Mineralöl erhöhte sich insgesamt um 2,6 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen vor allem die Kraftstoffe wie Diesel und Benzin bei. Zu Absatzrückgängen kam es dagegen beim leichten Heizöl.
Der Erdgasverbrauch lag gut 3 % höher als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr stiegen sowohl der Erdgaseinsatz für die Wärmeversorgung wie auch die Nachfrage aus der Industrie. Die anhaltend gute Wettbewerbssituation und die Förderung der Stromerzeugung aus hocheffizienten KWK-Anlagen sind laut der Ageb die hauptsächlichen Gründe für einen weiteren Anstieg des Erdgaseinsatzes in Kraftwerken.
Der Verbrauch an Steinkohle sank im ersten Halbjahr 2017 um 6,7 %. Beim Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken kam es, vorrangig infolge einer stärkeren Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, zu einem Minus von 9 %. Die Eisen- und Stahlindustrie reduzierte den Einsatz von Koks und Kohle nur leicht. Der Verbrauch von Braunkohle erhöhte sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um knapp 3 %.
Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2017 um mehr als 6 %. Trotz Dunkelflaute im Januar stieg die Stromeinspeisung aus Wind- und PV-Anlagen um 19 % beziehungsweise 14 %. Auch die Biomasse konnte ihren Beitrag um 5 % erhöhen. Dagegen war die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 18 % niedriger als im Vorjahr. 
 
Autorin: Heidi Roider
 
Weitere Informationen: http://www.ag-energiebilanzen.de/