Studie: Energieversorger unterm Strich wenig innovativ

Das jedenfalls ist das Fazit einer Studie der Universität Kiel zum Innovationsmanagement.
nach Quelle: E&M PowerNews, 11. Mai 2017
Die Etablierung einer innovationsfördernden Kultur sei auf einem ähnlichen, wenn auch moderaten Niveau wie in Unternehmen anderer Branchen. Im Vergleich zum Tagesgeschäft haben Aktivitäten zur Innovationssteigerung zudem nur eine geringe Bedeutung, schätzen die Autoren der Studie. Schließlich hätten nur wenige Energieversorger eine Innovationsstrategie verschriftlicht und organisatorisch verankert.
 
Widerstände gegen neues abbauen
 
Die Autoren bemängeln zudem, dass sich Mitarbeiter in Energieversorgungsunternehmen zu wenig über die Themen Innovation und neue Ideen austauschen. Teilweise seien auch Hindernisse vorhanden, Probleme offen anzusprechen. Außerdem gebe es in der Energiebranche im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen weniger Freiraum zum Experimentieren. Mitarbeiter würden nicht genug zu Eigeninitiativen ermutigt, so die Autoren. Widerstände gegenüber "neuem" müssten abgebaut werden.
 
Dass die Unternehmen versuchen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, sei jedoch positiv hervorzuheben. Die untersuchten Unternehmen hätten eine hohe Kompetenz in der Markt- und Kundensegmentierung aufgewiesen.
 
Vier Schritte für Innovation
 
Um ein Innovationsmanagement in der eigenen Organisation aufzubauen, empfehlen die Studienautoren Stadtwerken und Energieversorgern die folgenden vier Schritte:
 
Ein einheitliches Verständnis von Innovation im Unternehmen schaffen. Innovation klar vom Tagesgeschäft abgrenzen. Dazu müssen Prozesse, Produkte oder Dienstleistungen danach bewertet werden, wie neuartig sie sind.
 
Daraus abzuleiten sind die Innovationsziele- und -felder. Erforderlich dafür ist eine transparente Innovationsstrategie, die das Ambitionsniveau des Unternehmens sowie die Selektion und Priorisierung relevanter Projekte darstellt.
 
Im dritten Schritt sollten Innovationsprozesse definiert werden, um alle Aktivitäten zu organisieren. Die Prozesse müssen zugleich jedoch auch eine gewisse Flexibilität aufweisen, um eine effiziente und effektive Durchführung zu garantieren. Auch müssen klare Verantwortlichkeiten für die Koordination der Innovationstätigkeit festgelegt werden.
 
Erforderlich ist letztendlich auch eine organisatorische Verankerung der Aktivitäten im Bereich Innovation. Dafür notwendig ist eine durchgehende Weiterentwicklung der Prozesse zu einem Innovationsmanagement, das eine ganzheitliche Ausrichtung des Unternehmens auf Innovation sicherstellt.
 
Für die Studie wurden 120 Unternehmen und 989 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und Dänemark zwischen Januar und Juli 2016 befragt. Darunter waren 46 Energieversorger.
 
Autor: Jonas Rosenberger