Rekordausbau für Offshorewind in Europa

Mit 3 148 MW hat es in Europa nach laut dem Branchenverband WindEurope im vergangenen Jahr einen neuen Rekord beim Ausbau der Offshore-Windenergie gegeben.
nach Quelle: E&M powernews, 07.02.2018

Der bisherige Spitzenwert datiert aus dem Jahr 2015 mit einer Leistung von 3 019 MW. Damit verfügt Europa nun über eine Erzeugungskapazität von rund 15 800 MW auf See.

Nach der Ausbaustatistik von WindEurope sind im vergangenen Jahr 13 Seekraftwerke komplett errichtet worden, darunter auch das mit einer Leistung von 30 MW das bislang leistungsstärkste Floating-Projekt vor der Küste Schottlands. Für WindEurope gibt es allerdings einen großen Wermutstropfen im Kelch der Freude: Das Gros der neu in Betrieb gegangenen Offshore-Windparks entfiel auf nur zwei Länder: Großbritannien (1 679 MW) und Deutschland (1 247 MW). Ansonsten konnte nur Belgien mit dem Projekt Nobelwind (165 MW) einen neuen „größeren“ Offshore-Windpark melden.

Auch beim Blick auf alle bislang installierten Offshore-Windparks zeigt sich diese hohe regionale Konzentration: Danach entfallen laut WindEurope rund 98 % der installierten Offshore-Windleistung auf nur fünf Länder, und zwar Großbritannien, Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Belgien.

Für dieses Jahr erwartet WindEurope eine neu installierte Offshore-Windleistung von rund 3 900 MW, da mehrere Projekte in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden in Betrieb gehen. Auch für 2019, wenn unter anderem in Deutschland Projekte wie Arkona, He Dreiht oder die zweite Ausbaustufe von Borkum West an Netz gehen, zeigt sich WindEurope-Geschäftsführer Giles Dickson optimistisch. Sorgen macht ihm die Zeit danach: „Wie es mittel- und längerfristig mit der Offshore-Windenergie weitergeht, ist wirklich unklar. Die meisten EU-Staaten haben bis heute keine Pläne, wie es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien vorangehen soll.“

Eine Besonderheit gibt es in der jüngsten Offshorewind-Statistik von WindEurope: Mit einer neu installierten Leistung von 2 MW ist erstmals Frankreich als Offshore-Windland aufgeführt. Über richtige Offshore-Windkapazitäten hat Frankreich aber Ende 2017 nicht verfügt. Das Floating-Projekt von Ideol konnte wegen schlechten Wetters den Hafen von St. Nazaire nicht verlassen und auf den Atlantik geschleppt werden. Probehalber haben die Initiatoren die auf der Plattform installierte Windturbine mit einer Leistung von 2 MW gestartet und so die ersten Kilowattstunden im Hafenbecken erzeugt. Damit zählt nun auch Frankreich offiziell zu den Offshore-Windländern.

Autor: Ralf Köpke