Brancheninitiative setzt auf Erdgas

Zwölf Verbände der Gaswirtschaft, Geräteindustrie und des Handwerks zeigen in einer gemeinsamen Erklärung Möglichkeiten für eine schnelle Reduktion von CO2-Emissionen auf.
nach Quelle: E&M PowerNews, 04. August 2017

Die Verbändeerklärung listet Initiativen und Potenziale der Gasverwendung im Wärmemarkt auf, im Verkehr und bei der Kraft-Wärme-Kopplung. Gasbranche (unter anderen BDEW und DVGW) und Gerätehersteller (etwa der Zentralverband Sanitär Heizung Klima, ZVSHK, oder der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie, BDH) betonen dabei, dass sie den Prozess der Dekarbonisierung mitgestalten wollen. Sie seien überzeugt, dass Gas dabei „eine tragende Rolle spielen kann und muss“.
 
Dabei stehe der gasförmige Brennstoffe nicht nur als Erdgas, sondern auch als verflüssigtes Erdgas (LNG) und immer mehr in seinen CO2-neutralen Varianten Biomethan und als Produkt aus Power-to-Gas-Anlagen zur Verfügung. „Unser Energieträger ermöglicht die Kopplung von Strom- und Gas-Infrastrukturen und damit die umfassende Nutzung von Strom aus Wind und Sonne – sowohl in Strom- als auch in Gasanwendungen“, betonen die Verbände.
 
Die notwendigen Modernisierungsraten von Heizungen in Gebäuden ließen sich erhöhen, wenn die Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzbar seien, heißt es in der Erklärung. Gasheizungen können dann ohne technische Umstellung auch mit grünen Gasen betrieben werden. Allein durch einen Modernisierungsschub bei alten Heizungen ließen sich über 30 Mio. Tonnen CO2 einsparen und damit fast zwei Drittel der Vorgabe aus dem Klimaschutzplan.
 
Mehr Erdgas im Verkehrssektor senkt Emissionen
 
Im Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen lassen sich nach Einschätzung der Verbände durch vermehrten Gaseinsatz die CO2-Emissionen um 6,8 Mio. Tonnen pro Jahr senken. Hier sei man mit einer umfassenden Informationskampagne zur energetischen Optimierung tätig.
 
Die Brancheninitiative hebt auch den Beitrag hervor, den komprimiertes Erdgas (CNG) und verflüssigtes Erdgas (LNG) im Verkehrsbereich für die Reduzierung der Emissionen leisten können. Man habe bereits 300 Mio. Euro in die Tankstelleninfrastruktur investiert und wolle in einer Kooperation von Fahrzeugherstellern, Gaswirtschaft und Tankstellenbetreibern bis zum Jahr 2025 eine Million CNG-Fahrzeuge auf die Straße und 2000 Tankstellen ans Gasnetz bringen.
 
Für den besonders stark wachsenden Güterverkehr schlagen die Verbände den Einsatz von LNG als Treibstoff vor. Bereits mit zehn Tankstellen wäre eine Versorgung der Transitstrecken möglich, ab 40 Tankstellen gar eine flächendeckende Versorgung, heißt es in der Erklärung.
 
Betont wird auch die Kopplung von Strom- und Gas-Infrastrukturen für einen effizienten Energieeinsatz. Dies gilt sowohl für die Produktion (Power to Gas) wie auch für die Nutzung von Gas (Kraft-Wärme-Kopplung). Beide Verbindungen können der Energiewende in Deutschland einen neuen Schub verleihen, heißt es in der Erklärung.
 
Die Verbände knüpfen damit an ihren gemeinsamen Appell „Gas kann grün“ vom Oktober 2016 und an ihre Forderung an, den Energieträger Gas in den anstehenden energiepolitischen Entscheidungen angemessen zu berücksichtigen. 

Autor: Armin Müller