Ein Wärmespeicher für die Welt

Hummelsberger Schlosserei GmbH erfolgreich durch das Förderprogramm von Go International
nach Quelle: Pressemeldung Bayern Handwerk International, November/Dezember 2016

Bild: © BIHK Service GmbH

Der Vakuum-Wärme-Pufferspeicher ist für die Hummelsberger Schlosserei GmbH nicht nur ein Prestigeobjekt (das Unternehmen hat damit 2011 den bayerischen Staatspreis gewonnen), mit dem Pufferspeicher ist dem Unternehmen mittlerweile auch der Eintritt ins Auslandsgeschäft gelungen.

Nach einem guten Vertriebsstart in Deutschland, Österreich und der Schweiz, hat Jürgen Melzer, einer der beiden Geschäftsführer des Mühldorfer Unternehmens, das nächste deutschsprachige Ziel anvisiert: Südtirol oder „Alto Adige“, wie man die Region zwischen Brenner und Neumarkt auf Italienisch nennt. Jürgen Melzer musste schnell feststellen: mit Deutsch allein kommt man in Südtirol nicht weiter. Da kam ihm der Zufall zu Hilfe. Durch Bayern Handwerk International wurde der Unternehmer auf die Möglichkeiten von Go International, das Förderprogramm der bayerischen Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern (HWK), aufmerksam. Mit einer Finanzierungshilfe aus Mitteln des Freistaates Bayern und des EFRE-Förderprogramms der Europäischen Union hat das Unternehmen Kommunikations- und Werbemittel in Italienisch entwickelt, und, weil es sich angeboten hat, auch noch in Englisch aufsetzen lassen.

 

„Wir sind durch Zufall reingerutscht, und es ist gut so.“

„Vorher haben wir unsere Werbemittel auf DIN A 4-Blättern selbst entwickelt aber irgendwann merkten wir: Wir benötigen ein professionelles Marketing, das alle Komponenten wie Homepage und Prospekte in einem gemeinsamen Erscheinungsbild aufeinander abstimmt.“ Der Wunsch nach einem Messeauftritt auf der KlimaHouse in Bozen war für Jürgen Melzer schließlich der Startschuss zum internationalen fremdsprachigen Vertrieb. Das Unternehmen ließ Werbeträger in verschiedenen Sprachen erstellen, überarbeitete die eigenen Internetseiten, plante den Messeauftritt und knüpfte Kontakte in Italien, die bald in Kooperationsverträgen mündeten. Die Hälfte der für Beratung und Marketingmittel veranschlagten Kosten kam von Go International.

 

Go International, Programm zur Wettbewerbssicherung kleiner Unternehmen

Maximal sind es 20.000 Euro pro Zielland, das geben die Förderbestimmungen vor, höchstens zwei Zielmärkte pro Unternehmen sind förderfähig. Der Förderzeitraum beträgt 3 Jahre. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Sitz oder wesentlicher Betriebsstätte in Bayern, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen, einen jährlichen Umsatz von weniger als 43 Mio. Euro haben und keine Beteiligung von mehr als 25 Prozent von Großunternehmen besitzen. Last but not least darf ein Unternehmen bei Beantragung nicht insolvenzgefährdet sein, denn schließlich soll man sich die zweite Hälfte der Kosten leisten können, außerdem muss ein erfolgreiches Engagement erkennbar sein.


„Mit einem Mal war unsere Unternehmenskommunikation professioneller.“

Hätte die Hummelsberger Schlosserei auch ohne Förderung diesen Sprung gewagt? „Vielleicht hätten wir’s selbst mal ein wenig mit Italienisch probiert. Aber der positive Effekt ist, dass wir nun auch alle Unterlagen in Englisch haben“, sagt Melzer. Es hat sich gelohnt, der Internetauftritt der Hummelsberger GmbH wird nun im weltweiten Netz besser gefunden und mittlerweile empfängt man in dem Mühldorfer Unternehmen Anfragen aus der ganzen Welt, aus Amerika, Asien und Afrika. Die Interessenten scheuen den Aufwand nicht, um aus dem Ausland anzureisen und den Pufferspeicher vor Ort zu begutachten. Das Unternehmensziel ist in Reichweite gerückt: für die hauseigene Erfindung ein sicheres zweites Standbein im Ausland zu schaffen. „Hauptsächlich geht es uns darum, dass durch unsere Innovationen die bestehenden Arbeitsplätze im Unternehmen abgesichert sind“, sagt Jürgen Melzer. Und was ist für ihn der nächste Schritt? „Jetzt muss ich lernen, besser Englisch zu sprechen.“ Der Geschäftsführer ist es gewohnt, seine Produkte durch eine persönliche Beratung zu verkaufen. Und daran will er auch weiterhin festhalten.

 

Weitere Informationen: BHI: