Berechnungstool für regenerative Prozesswärme online

Ein neues Programm hilft Planern, in kurzer Zeit die Kombinationsmöglichkeiten von unterschiedlichen regenerativen Wärmequellen vergleichen zu können.
nach Quelle: E&M PowerNews, 06. Juli 2017
Das Softwaretool „EnPro“ kann die Zusammenarbeit von Wärmepumpen und Solarthermieanlagen optimieren und zugleich bisher ungenutzte Abwärmeströme etwa von Kühlanlagen oder von Produktionsprozessen in die Berechnungen mit einbeziehen. Entwickelt haben die Software die drei österreichischen Institute AEE (Institut für Nachhaltige Technologien, Gleisdorf), das Wiener AIT (Austrian Institute of Technology) und das Institut für Energietechnik und Thermodynamik der TU Wien.
Das Excel-basierte Programm soll Unternehmen, Anlagenplaner und Komponentenhersteller in mehreren Schritten rasch und praxisnah zu einer energetischen Bewertung ihrer Wärmeversorgung und zur Vorauslegung einer regenerativen Wärmeerzeugung führen.
 
Möglich ist eine schnelle erste Einschätzung der Varianten
 
So gibt es beispielsweise mehrere Möglichkeiten, eine Solaranlage mit einer Wärmepumpe zu kombinieren. Man kann beide Aggregate parallel schalten und an einen Speicher anschließen. Diese Möglichkeit wählt man, wenn jede Quelle für sich genommen in ihrer Leistung zu klein ist, um den Bedarf zu decken. Eine serielle Verschaltung ist dagegen sinnvoll, wenn die Sonnenkollektoren die notwendigen Temperaturen nicht erreichen oder wenn der Temperaturhub der Wärmepumpe gering sein soll; dies verbessert deren Effizienz deutlich.
Die Nutzung von EnPro soll auch für Nicht-Fachleute möglich sein. Das Excel-Programm führt laut Entwickler zu einer groben Ersteinschätzung der Möglichkeiten. Für den Start seien nur die nutzbare Dachfläche, die Abwärmequellen, der Standort und die derzeitigen Energiepreise nötig. Daraus und aus den Antworten auf zusätzliche Fragen ermittelt das Tool zunächst Optimierungsvorschläge. Diese dienen dazu, die Effizienz des Produktionsprozesses oder des Energieversorgungssystems zu steigern. Danach werden Wärmequellen und Wärmesenken identifiziert. Im letzten Schritt kann der Nutzer die verschiedenen regenerativen Wärmesysteme vergleichen. Getestet wurde die Software bisher in zwölf österreichischen Produktionsbetrieben aus unterschiedlichen Branchen.
 
Das EnPro-Tool kann kostenfrei heruntergeladen werden unter www.aee-intec.at
 
Autor: Armin Müller
 
Weiter Informationen: EnPro-Tool herunterladen unter www.aee-intec.at