E-Autos legen weiter zu

Das Kraftfahrtbundesamt sieht eine positive Entwicklung bei der Zulassung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Unterdessen wird der Diesel-Gipfel von negativen Daten überschattet.
nach Quelle: E&M PowerNews, 03. August 2017


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Der Absatz von Dieselfahrzeugen ist weiter rückläufig und gab im Juli um 12,7 % nach, inzwischen sind nur noch 40,5 % der neuzugelassenen Fahrzeuge Autos mit Dieselaggregaten. Von den insgesamt 282 080 Pkw, die im Juli neuzugelassen wurden, bildeten Fahrzeuge mit Benzinantrieb mit einem Marktanteil von 56 % die häufigste Kraftstoffart, teilte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg mit.
Positiv sei die Entwicklung bei den alternativen Antrieben verlaufen. Mit 7 383 Fahrzeugen legten die Hybridantriebe um 103,7 % zu, davon waren 2 417 Autos sogenannte Plug-In-Hybride. Rein elektrisch betriebene Pkw zeigten bei den Neuzulassungen von 1 820 Fahrzeugen ein Plus von 131,8 % gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Kaum mehr eine Rolle bei den alternativen Antrieben spielen Gasautos. Die 369 neuen Flüssiggasautos und 265 neu angemeldeten Erdgasautos kommen in der Statistik nur noch auf einen Marktanteil von jeweils 0,1 %.
Auf dem Berliner Diesel-Gipfel, auf dem Politik und Autoindustrie über den Umgang mit den betrügerisch erzielten Abgaswerten diskutiert haben, haben sich die Verhandlungsparteien auf weitere Nachbesserungen verständigt. Nach Angaben des Automobilindustrieverbandes VDA sollen 5 Mio. Dieselfahrzeuge mit einer neuen Software ausgestattet werden, die die Stickoxidemissionen der Autos um 25 bis 30 % absenken soll. Dadurch sollen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vermieden werden. In diesen 5 Mio. Fahrzeugen sind allerdings auch die 2,5 Mio. Volkswagen-Autos enthalten, für die bereits eine Abgas-Nachbesserung angeordnet worden waren. Von den Umrüstungen profitieren lediglich neuere Diesel-Fahrzeuge der Emissionsklassen Euro 5 und Euro 6. Wie der VDA weiter mitteilte, werden sich die deutschen Autohersteller auch am geplanten Fonds „Nachhaltige Mobilität für die Stadt“ beteiligen. Eine für den Nachmittag angekündigte Pressekonferenz wurde mehrfach verschoben, weil eine abschließende Einigung zwischen den Gesprächspartnern bis zum Redaktionsschluss nicht erzielt werden konnte. Berichten von Beobachtern zufolge seien die Gespräche „überhaupt nicht rund“ verlaufen. Vor allem die Vorstände der Automobil-Unternehmen hätten nicht genug geliefert und herumgedruckst. Dem Vernehmen nach waren die beteiligten Ministerpräsidenten der Bundesländer mit Standorten der Automobilindustrie vom Gesprächsverlauf „hochgradig unzufrieden“. 
 
Autor: Kai Eckert