Standard für flexibles Laden vor der Serienreife

Die EEBUS-Initiative hat einen Kommunikationsstandard entwickelt, der die Netzintegration der Elektromobilität ein entscheidendes Stück weiter bringen soll.
nach Quelle: E&M powernews, 31.01.2018

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In den letzten Tagen und Wochen haben einige Veröffentlichungen über Studien für Aufsehen gesorgt, die beim weiteren Ausbau der Elektromobilität vor einem Blackout warnen.

Ab einem gewissen Anteil von Elektrofahrzeugen würden lokale Verteilnetze bei zeitgleichem Laden überfordert, so der Tenor. Die Lösung dafür sei ein flexibles Lademanagement.

Nun hat sich die EEBUS-Initiative zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass genau für dieses flexible Laden eine technische Lösung entwickelt wurde. Sie stehe unmittelbar vor der Serienreife, erklärte Peter Kellendonk, der 1. Vorsitzende der als gemeinnützigem Verein organisierten Initiative.

Eine Vernetzung verschiedener Geräte und Anwendungen mit dem offenen EEBUS-Standard, beispielsweise in einem Haushalt mit Wärmepumpe und Auto-Ladebox, sorge dafür, dass sich alle Energieverbraucher im Hintergrund darüber abstimmen, wer gerade mit höchster Priorität Energie verbrauchen dürfe. Die Verbraucher könnten via EEBUS auch mit einer PV-Anlage oder mit anderen Elementen eines Smart Grids kommunizieren.

Zum flexiblen Laden kann laut einer Mitteilung der Initiative der EEBUS-Standard einen umfassenden Beitrag leisten. Zum Beispiel könnte der Ladevorgang mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden, der auf Überlastungssignale ebenso wie auf Preisanreize reagieren könne. Der Ladestrom könne temporär gedrosselt und damit eine Überlastung verhindert werden. Grundsätzlich sei auch eine Maximierung des Anteils selbst erzeugten Stroms beim Laden des E-Autos eine mögliche Vorgabe.

Derzeit arbeiten rund 70 Mitgliedsfirmen im Rahmen der Initiative in verschiedenen Arbeitsgruppen wie „Smarte Hausgeräte“, „Digitale Heizung“, „E-Mobilität“ und „Smart Grid“. An der Entwicklung von offenen Vernetzungsprotokollen zur Netzintegration der E-Mobilität sind beispielsweise der Verband der Automobilhersteller (VDA), eine Reihe von Ladetechnik-Herstellern sowie Vertreter der Energiewirtschaft beteiligt.

Im Jahr 2017 wurden bereits in zwei Testläufen die Vernetzung und die Kommunikation von Ladetechnik mit dem Energiemanagement im Haus erprobt. Daran beteiligt waren unter anderem Volkswagen, Porsche, Audi, SMA Solar, Hager Electro, Vaillant und Viessmann sowie der Ladetechnik-Anbieter Menneckes.

Die Markteinführung vernetzter Ladetechnik und zugehöriger Energiemanager ist für 2019 geplant. „Unsere Mitgliedsfirmen, allen voran die deutsche Automobilbranche, bieten rechtzeitig die Technik für flexibles Laden von Elektroautos“, so Johannes Hauck, EEBUS-Vorstandsmitglied und Manager Corporate Strategy and Business Development bei Hager Electro. Nun sei es höchste Zeit, dass Politik und Netzbetreiber die Weichen für den Einsatz der Technik im großen Stil stellen.

Autor: Fritz Wilhelm