Daimler plant Batteriekompetenzzentrum

Im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim soll die bislang auf mehrere Standorte verteilte Batterieentwicklung zentralisiert werden.
nach Quelle: E&M powernews, 27.02.2018

 

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Als „Elektro-Offensive“ bezeichnet der Automobilkonzern die Aktivitäten, die in den kommenden Monaten für 175 bisherige Zeitarbeiter feste Arbeitsplätze mit sich bringen. Bereits im Sommer 2017 hatte Daimler angekündigt, mehr als 250 neue Stellen im Produktionsbereich E-Mobilität zu schaffen und im Werk Untertürkheim die Produktion von Batterien aufnehmen zu wollen.

Nun teilte der Konzern mit, dass der Standort auch Kompetenzzentrum für die Antriebsbatterien von Elektrofahrzeugen werden soll. Dafür werden die Batterieentwicklungsbereiche der Daimler AG und der 100-prozentigen Tochtergesellschaft Deutsche Accumotive, die ihren Sitz südöstlich von Stuttgart in Nabern hat, zusammengelegt. Dies bedeutet, dass rund 300 Mitarbeiter dem Standort Stuttgart der Daimler AG zugeordnet werden.

"Die Batterie ist eine Schlüsselkomponente der Elektromobilität. Sie ist integraler Bestandteil der Fahrzeugarchitektur und damit maßgeblich für die Entwicklung unserer Elektrofahrzeuge. Durch die Schaffung eines zentralen Bereichs stärken wir unsere Kernkompetenz bei der Batterietechnologie“, so Jochen Hermann, Leiter Entwicklung Case (steht für Connected, Autonomous, Shared und Electric) und E-Drive bei Daimler.

Der Automobilkonzern will das Werk in Untertürkheim zu einem Hightech-Standort für Elektrokomponenten weiterentwickeln. Dies soll durch den schrittweisen Übergang der Produktion von konventionellen Motoren, Getrieben und Achsen zu sogenannten Powertrain-Komponenten, den Bestandteilen des Antriebsstrangs, für Elektrofahrzeuge erfolgen. Über die Batteriekompetenz hinaus ist geplant, den Standort insgesamt zum Kompetenzzentrum für die Integration des gesamten elektrischen Antriebsstrangs in die Produktion zu machen.

Derzeit erweitert die Daimler-Tochter Accumotive ihre Batterieproduktionskapazitäten im sächsischen Kamenz. Investitionen von 500 Mio. Euro wurden zu Beginn der Planungen im Jahr 2016 dafür veranschlagt. Wie eine Konzernsprecherin zu E&M sagte, ist 2018 die Inbetriebnahme der neuen zusätzlichen Fabrik geplant. Auch die stationären Hausspeicher der Mercedes-Benz Energy werden in Kamenz produziert.

In Kamenz hatte Daimler mit der Tochtergesellschaft Li-Tec Battery (Li-Tec) auch eine eigene Fertigung von Batteriezellen aufgebaut, diese aber Ende 2015 wieder eingestellt. Begründung damals: Obwohl die Leistungsfähigkeit und Qualität der Lithium-Ionen-Zellen von Li-Tec absolut wettbewerbsfähig seien, sei eine Zellenproduktion nicht wirtschaftlich darstellbar. Die erreichbaren Volumina seien bei gleichzeitigen Überkapazitäten am Weltmarkt zu gering, erklärte damals ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von E&M.

Autor: Fritz Wilhelm

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http://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Mercedes-Benz-Werk-Untertuerkheim-Gemeinsam-Zukunft-gestalten-Mercedes-Benz-will-Herausforderung-zukuenftiger-Mobilitaet-gemeinsam-mit-Betriebsrat-angehen.xhtml?oid=22758836